Zimmer

Die Räume leer,
Frisch gestrichen,
Die Luft noch schwer,
Noch nicht entwichen.

Stapel aus Träumen,
In der Ecke abgestellt,
In viel zu vielen Räumen,
Von denen jeder schon zerfällt.
Friedlich fliegen die Gedanken,
Doch kehren hier nicht ein,
Ziele die im Dreck versanken,
Was ein Ort soll dieser sein?

Die Räume versunken,
Wände kalt geblieben,
Träume schon ertrunken,
Wirklichkeit zerieben.

© Niss-Jannes Jargstorff

Seelenhandel

Hunde bellen in der Ferne,
Autos rauschen schnell,
Einsam steht dort die Laterne,
Scheint ihr Licht so grell,
In die dunkle Nacht hinein,
Neimand möchte einsam sein.

Gesichter streifen schnell vorbei,
Namenlose Nichtgestalten,
Ihr Weg und Sinn doch einerlei,
Weil ihre Herzen schon erkalten,
Ob dies ein frohes Leben sei,
Das fragt sich niemand mehr,
Dafür drückt die Zeit zu sehr,
Hier in diesem Menschenmeer.

Bahntüren öffnen, schlagen zu,
Im Takt der Abendstunde,
Wo ist ihre einstig himmlisch Ruh,
Wann ging auch sie zugrunde,
Unter kaltem Streben,
Verkauft ist unser Leben.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Leerheitsdiener

Stille Straßen schweigen laut,
So voll von dir, die Leere,
Traurig kommt ein Windlein auf,
Ich blicke in die Ferne,
Seh dich dort stehn, verblasst im Tal,
Doch meine Augen trocken,
Die Sehnsucht führt ihr Schauspiel auf,
Mich kann sie nicht mehr locken.
Heraus aus meinem Jammertal, das an den Kitsch verloren,
Ich frage mich, merkst du es auch, dass ich für Tod geboren?
Ihr Gott erwacht im lauten Takt,
Von Arbeit und Maschinen,
Ihr Körper schon ganz abgewrackt,
Doch er muss weiter dienen,
Für diese Welt voll kalten Glanz,
Der auf Vernunft und Wachstum bauet,
Kein Quentchen wahrer Schönheit mehr,
Weil niemand nach ihm schauet.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Grenzübertritt

An den Grenzen kratzen die Menschen,
Ab, an den Träumen, vorm Ziel.
Die Humanisten schauen betroffen,
Weg, der Anblick für Herzen zu viel.
Verzweiflung, Tränen der Trauer,
Geheuchelt, das Ergebnis gefiel.
So bleibt trotz Moral, die innig gedacht,
Aber tief nun gefallen, die Hand dabei agil,
Dem armen Menschen zu helfen dabei,
Zu sterben, das ist sein Exil.
Denn an den Grenzen regiert voll fülle,
Der Teufel und treibet sein Spiel,
Weil der Humanist und Europäer,
Der Lügner, dem blinden Neid verfiel.

© Niss-Jannes Jargstorff

Neonlicht

Neonlicht auf kalter Wand,
Bin allein geworden,
Ziellos schnell umhergerannt,
Schritte hallen leise.

Stumme Lautheit in der Gasse,
Leere in den kalten Herzen,
Weiß nicht warum ich alles hasse,
Stadt ist in mir eingezogen.

Menschenmassen ohne Ziel,
Planlos in die Nichtigkeit,
Weil ihn der Schein so gut gefiel,
Sind sie an ihm doch schon zerbrochen.

In Beton gepresste Schönheit,
Für ein still verarmdes Herz,
Träume fliegen nicht mehr weit,
In den dreckgen Straßenpfützen.

Keine Zeit und Rastlos hasten,
Sinn braucht wirklich niemand mehr,
Weil sie so ne Chance verpassten,
Zwischen Menschen, Eifer, Gier.

© Niss-Jannes Jargstorff