Advent, Advent fast alles brennt.

Es war still geworden. Die Stadt wandte sich unten im Tal, erstrahlt in den vielen Farben und Lichtern der Vorweihnachtszeit.
Von hier oben hörte man nur noch die Bahnen dröhnend durchs Tal donnern.
Doch die Lieder, die Stimmen waren verstummt, allein das Licht konnte noch davon zeugen, dass diese Zeit eine frohe und helle war, dass die dort Menschen froh und ausgelassen in den Advent gingen.
Doch auch aus der Ferne war ihr Licht zu grell in den Tiefen der Dunkelheit des Nichts, die es aufzufressen drohte.

© Niss-Jannes Jargstorff

Schönste traurige Nacht

Es war Nacht, wir saßen auf der Wiese und der Mond spiegelte sich in ihren viel zu schönen Augen.
Mir war nie aufgefallen wie schön sie doch wirklich war, es brauchte wohl Dunkelheit, um ihren bescheiden Glanz zu sehen.
Ich spürte das erste Mal seit langem wieder das Bedürfnis jemand richtig zu umarmen, oder sie zumindest so ganz vorsichtig zu berühren, um den Schock zu spüren, wenn sich all die ausgebaute Spannung löste. Doch das wäre zu kitschig.
Stattdessen saß ich noch einige Zeit auf dieser Wiese in der schönsten traurigen Nacht meines Lebens.

© Niss-Jannes Jargstorff