Leerheitsdiener

Stille Straßen schweigen laut,
So voll von dir, die Leere,
Traurig kommt ein Windlein auf,
Ich blicke in die Ferne,
Seh dich dort stehn, verblasst im Tal,
Doch meine Augen trocken,
Die Sehnsucht führt ihr Schauspiel auf,
Mich kann sie nicht mehr locken.
Heraus aus meinem Jammertal, das an den Kitsch verloren,
Ich frage mich, merkst du es auch, dass ich für Tod geboren?
Ihr Gott erwacht im lauten Takt,
Von Arbeit und Maschinen,
Ihr Körper schon ganz abgewrackt,
Doch er muss weiter dienen,
Für diese Welt voll kalten Glanz,
Der auf Vernunft und Wachstum bauet,
Kein Quentchen wahrer Schönheit mehr,
Weil niemand nach ihm schauet.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Kältebrand

Alte Blätter fallen,
In die kalte Nacht,
Bringen Herz ins Wallen,
Hab an dich gedacht.

Dunkle Lichter streifen,
Langsam das Gesicht,
Kann es nicht begreifen,
Glaub ich lieb dich oder nicht?

Kälte kocht empor,
Erfasst das ganze Herz,
Das dich auserkor,
Für seinen größten Schmerz,
An dem es jetzt erfror.

(c) Niss-Jannes Jagstorff

Schwere Tropfen

Schwere Tropfen fallen,
Laut auf den Asphalt,
Wo ihre Wellen wallen,
Mit trauriger Gewalt.

Regen ist geworden,
Da wo noch Sonne war,
Fällt er ein sie ermorden,
Der Himmel niemals klar.

Die Tropfen fallen ein,
Wolln die Welt ertränken,
Machen das Große klein,
Die Freude sie versenken.

Der Regen immer grau,
Nass und kalt gefallen,
Die Wetterlage rau,
Die lichter schnell verhallen.

Doch zwischen all den Tropfen,
In lauter Symphonie,
Will mein Herz stärker klopfen,
Sein Licht verliert es nie.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Sternensturz

Sterne stürzen in die Nacht,
Steh leise am Fenster,
Hab wieder nur an dich gedacht,
Mir eine Kerze angemacht.

Dein Wort still in der Luft,
Voller Lebensfreude,
Hier in meiner Lebensgruft,
In diesem kalt’ Gebäude.

Der Mut hat mich verlassen,
Träume umgefallen,
Hab Angst Dinge zu verpassen,
Farben bald verblassen.

So sinken mit den Sternen Träume,
Stumm in Finsternis hinein,
Brechen ab, wie morsche Bäume,
Träume solln nicht sein.

Du warst der Funke in der Nacht,
Doch auch du bist nicht geblieben,
Licht hast du nur kurz gebracht,
Doch auch dies hab ich zerdacht.

So ist die Dunkelheit geblieben,
Die Sterne abgefallen,
Und tief in mein Herz ist geschrieben,
Dass Liebe wird verhallen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Stille der Nacht

Und wieder denke ich an dich, in der einsetzenden Stille der Nacht.
Dabei sollt ich’s nicht und wollt es doch,
Hör nur mein Herz poch, poch,
In ihm dein gar tiefes Loch.
Voller leerer Gedanken an dich,
Die sich in ihm tief ranken,
Nur der Kopf macht ihnen Schranken,
Du bringst mich zum wanken.
Zwischen Freude und Schmerz,
Zwischen wollen und sollen,
Zwischen Vertrauen und Angst,
Zwischen Liebe und dem, wie ich sie von mir schiebe.

© Niss-Jannes Jargstorff i.G.a. S.

Sommer-Untergang

Die Grillen zirpen durch die Nacht;
Wenn ich in deine Augen seh,
Weiß ich, was mich glücklich macht,
Weil ich mir gerne eingesteh,
Dass ich sooft und lieb an dich gedacht,
Und dabei mein Herz zu dir dreh;
So bin ich immer wieder aufgewacht,
Weil ich in Träumen zu dir weh,
In einer dunkel-stillen Winternacht,
Doch ich stapf einsam durch den Schnee.