Wortbruch

Worte in die Stille fallen,
Welt will treffend sprechen,
Zweifel hinterm Berg verhallen,
Sonnenstrahlen Dunkel brechen.

Im Fallen innehalten,
Welt wird umgedreht,
Ein Moment will Liebe walten,
Ein warmer Wind gen Hoffnung weht.

Schweigen ganz laut,
Erzählt wundervolle Dinge,
Das Herz gen Himmel schaut,
Wenn ich um die Worte ringe.

Zu wenig doch zu weit,
Was will ich denn sprechen,
Wacklig, doch bereit,
Schweigen zu brechen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Grenzübertritt

An den Grenzen kratzen die Menschen,
Ab, an den Träumen, vorm Ziel.
Die Humanisten schauen betroffen,
Weg, der Anblick für Herzen zu viel.
Verzweiflung, Tränen der Trauer,
Geheuchelt, das Ergebnis gefiel.
So bleibt trotz Moral, die innig gedacht,
Aber tief nun gefallen, die Hand dabei agil,
Dem armen Menschen zu helfen dabei,
Zu sterben, das ist sein Exil.
Denn an den Grenzen regiert voll fülle,
Der Teufel und treibet sein Spiel,
Weil der Humanist und Europäer,
Der Lügner, dem blinden Neid verfiel.

© Niss-Jannes Jargstorff

Gehnde Schönheit

Deine Augen treffen mich,
Sind fast gebrochen,
Grau einen Moment verblich,
Als sie mich angesprochen.

Zerbrechlich schön gegangen,
Zeitlich nun zerschlagen,
So nimmst du mich gefangen,
Was bleibt sind deine Fragen,
Sehnsucht und stilles Verlangen,
Dich nochmal zu wagen.

Freudige Erinnerung an Nähe,
Die mein Herz gefangen nimmt,
Wenn ich dich jetzt hier so sehe,
Und mein Herz immer weiter glimmt.

Deine Schönheit, erst im Gehen,
Hab ich sie erkannt,
Wollt du bliebest etwas stehen,
Von dir noch voll gebannt,
Wirst du in der Zeit verwehen,
Hält der Moment ihr stand.

So bist du weg, im Herz präsent,
Auf ungewisse Zeiten,
Doch ich mich gerne rückwärts wend,
Wenn Liebe will mich leiten.

© Niss-Jannes Jargstorff

Schweigende Herzfragmente

Reicht es dir die Wahrheit zu sagen,
Wenn du danach fragst,
Und zu schweigen um nicht die Wahrheit zu wagen,
Dass du mein Herz plagst?

Oder sollt ich wahrhaftig sein,
Dir alles erzählen,
Vor dir stehn und mein Herz ganz rein,
Was soll ich wählen?

Mein Herz gebrochen unter dieser Frage,
Unter Sehnsucht und Verstand,
Und so bleibt’s dabei, dass ich Nichts wage,
Dir nichts von dem sage,
Was es mit dir verband.

© Niss-Jannes Jargstorff

Stille der Nacht

Und wieder denke ich an dich, in der einsetzenden Stille der Nacht.
Dabei sollt ich’s nicht und wollt es doch,
Hör nur mein Herz poch, poch,
In ihm dein gar tiefes Loch.
Voller leerer Gedanken an dich,
Die sich in ihm tief ranken,
Nur der Kopf macht ihnen Schranken,
Du bringst mich zum wanken.
Zwischen Freude und Schmerz,
Zwischen wollen und sollen,
Zwischen Vertrauen und Angst,
Zwischen Liebe und dem, wie ich sie von mir schiebe.

© Niss-Jannes Jargstorff i.G.a. S.

Erfrorner Traum

Abends immer an dich denken,
Gedanken an dich verschenken,
Und am Morgen wieder von dir lenken.

Am Abend wieder leise weinen,
Willst mich nur schwach bescheinen,
Lieber einem schlechten Traum als keinen.

Im Abenddunkel oft verloren,
Hab ich diesen Traum geboren,
Doch ist er an meiner Angst erfroren.

Schwere Lider

Unsre Lider schwer,
Fallen langsam zu,
Bei dir find ich mehr,
Und schließlich Ruh.

Ich seh dich ganz,
Ohne zu verlangen,
Vor mir hast du Glanz,
Musst nicht darum bangen.

Meine Mauern werden weich,
Denn du siehst mich wahr,
Hoff es geht dir gleich,
Wenn ich dir nah.

Unsre Lider schwer,
Lassen Träume zu,
Wollen gar nicht mehr,
Als unsre liebe Ruh.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Für S.

Du bist anders

Du bist anders,
Mit dir kann man schweigen,
Den Kopf auf deine Schulter neigen,
Dir den wahren Menschen zeigen,
Glaub, ich kann das,
Nur bei dir.

Du bist anders,
Bei dir ist Sonnenschein,
Und trotzdem kann man herzlich wein,
Bei dir bin ich so gänzlich rein,
Glaub, so kann das,
Nur bei dir.

Du bist anders,
Deine Augen treffen mich,
Und dann verlieren meine Blicke sich,
Mein Herz ab da nie von dir wich,
Glaub, es kann das,
Nur bei dir.

Du bist anders,
Nicht egal, sogar wichtig,
Zwischen uns ist alles, bloß nichts nichtig,
Deine Augen sehn mich richtig,
Glaub, so kann das,
Nur bei dir.

Du bist anders,
Von besond’rer Sorte,
So find ich keine and’ren Worte,
Für das was ich im Herzen horte,
Glaub, ich kann das,
Nur von dir.

(c) Niss-Jannes Jargstorff