Abendhain

Abendwolken fliegen,
Rotes Licht erstrahlt,
Doch die Nacht wird siegen,
Der Tag von ihr zermahlt.

So will ich willig liegen,
Die Sterne glänzen sehn,
Das Dasein sich verstecket,
Die Lichter wollen gehn,
Wenn Dunkelheit bedecket,
Wind Träume will verwehn.

Der Tage schon gegangen,
Die Nacht langsam erwacht,
Sie wollen Herzen fangen,
Die Stunden dieser Pracht.

Spürst du schon das Verlangen,
Der weiten Haine fern,
Von dieser Welt gelegen,
Und doch in ihrem Kern,
So glänzed doch der Segen,
Des Vaters, Gottes, Herrn.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Herzensflug

Alle Herzen fliegen zu den Sternen,
Weil Liebe sie doch kritisch traf,
Wolln frei sein doch sich nicht entfernen,
Zeichnen Gesichter in den Schlaf.

Sehnsucht in ihnen ständig brennt,
Oder hat das Feuer sie verzehrt,
Weil kein Herz in Kitsch den Schmerz erkennt,
Hat’s letztlich nur begehrt.

Wenn das Herz sehnsüchtig schreit,
Wie kann Liebe selbstlos sein,
Sind Dinge hierzu schon bereit,
Oder ist es hier nur greller Schein?

Alle Herzen fliegen hoch, höher als die Erde,
Fernab von all der Menschenschmach,
Hoffen sie das Liebe werde,
Darunter dann ihr Traum einbrach,
Sind sie doch auch die Erde,
Die voll Liebe zu ihn’ sprach,
Auf dass sie doch erst werde.

Tote Fahnen

Träume fliegen hoch,
Höher als die Welt,
An der ein jeder bald zerschellt.

Träume leere Hüllen,
Ohne Leben aufgefüllt,
In Totenschleier eingehüllt.

Träume nur in den Gedanken,
Wo sie alleinig leben,
Bleiben so ein leeres Streben.

Träume gehen aus,
In dieser kalten Nacht,
Wo niemand sie zum leuchten bracht.

Träume schlafen schon,
Verstand leise sie bewacht,
Damit ihr Feuer nie entfacht.

Träume tote Fahnen,
Völlig aufgegeben,
Zwischen Licht und Schatten und dem kalten Leben.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Sternensturz

Sterne stürzen in die Nacht,
Steh leise am Fenster,
Hab wieder nur an dich gedacht,
Mir eine Kerze angemacht.

Dein Wort still in der Luft,
Voller Lebensfreude,
Hier in meiner Lebensgruft,
In diesem kalt’ Gebäude.

Der Mut hat mich verlassen,
Träume umgefallen,
Hab Angst Dinge zu verpassen,
Farben bald verblassen.

So sinken mit den Sternen Träume,
Stumm in Finsternis hinein,
Brechen ab, wie morsche Bäume,
Träume solln nicht sein.

Du warst der Funke in der Nacht,
Doch auch du bist nicht geblieben,
Licht hast du nur kurz gebracht,
Doch auch dies hab ich zerdacht.

So ist die Dunkelheit geblieben,
Die Sterne abgefallen,
Und tief in mein Herz ist geschrieben,
Dass Liebe wird verhallen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Erfrorner Traum

Abends immer an dich denken,
Gedanken an dich verschenken,
Und am Morgen wieder von dir lenken.

Am Abend wieder leise weinen,
Willst mich nur schwach bescheinen,
Lieber einem schlechten Traum als keinen.

Im Abenddunkel oft verloren,
Hab ich diesen Traum geboren,
Doch ist er an meiner Angst erfroren.

Betrachtungswinkel

Mein Herz still und traurig sehnt,
Bedenkt dich lange vor dem Schlaf,
Weil es sich bei dir zu Hause wehnt,
Wenn dein Wort seine Flügel traf.

Vor dir kann’s offen sein,
Denn du wirst’s nicht verletzen,
Kann letztlich ehrlich vor dir wein,
Will’s sich doch hier zur Ruhe setzen.

Deine Augen für es ein helles Licht,
Das mit Strahlen hell und warm,
Durch seine tiefe Kälte bricht,
Wenn bald die Liebe kam.

So sehnt mein Herz dich herbei,
Denn du könntest es verstehen,
Bei dir scheint es nicht einerlei,
Willst du’s doch ehrlich sehen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Meeresreigen

Wellen brechen an dem Strand,
Schwämmen Träume an das Land,
Das ist, wo ich einen fand.

Der Sturm zieht schon hinauf,
Während ich mit dir im Herz weiter lauf,
Heb für ihn jede kleinste Hoffnung auf.

Wellen brechen über mir,
Doch ich bleibe unerschüttert hier,
Damit ich ihn nie mehr verlier.

Plötzlich ist da Schweigen,
Sonne erstrahlt das Meeresreigen,
Will mir neue Lichter zeigen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Sternenregen

Sonnenstrahlen brechen Licht,
Dein Gesicht vergess ich nicht,
Ist’s doch meine schönste Sicht,
Auf das komisch schöne Leben,
Das mir hat auch dich gegeben.

Wärme streift mein Herz ganz sacht,
Auch in dieser kalten Sommernacht,
Hast du sie lachend froh gebracht,
Direkt ins Herz hineingepflanzt,
Wenn du mit mir einfach tanzt.

Träume ploppen langsam auf,
Nimmst mich mit in deinen Lauf,
Magst du mich? – Ich hoff darauf,
Wenn du lange mit mir sprichst,
Und damit meine Zweifel brichst.

Langsam regnen Sterne nieder,
Liebe singt uns nächtlich Lieder,
Hoff ich seh dich immer wieder,
Nur um das noch mal zu spürn,
Und mein Leben so zu kürn.

(c) Niss-Jannes Jargstorff für S.

Blaue Stunden

Der Himmel rot und blau,
Ferne Sterne streifen,
Durch das triste Grau,
Ich kanns nicht begreifen.

Ich bin hier so klein,
Und verlier mich oft,
So muss die Freiheit sein,
Auf die mein Herz gehofft.

Die großen Unbekannten,
Malen Bilder in die Nacht,
Auf denen Träume landen,
Die noch nie jemand gedacht.

Diese Stunde höchster Freude,
Kommt einfach nur zu mir,
Indem ich Zeit vergeude,
Des Lebens höchste Zier.

(c) Niss-Jannes Jargstorff