Nebellaterne

Mystisch Nebel streifen,
Die Welt darin versinkt,
Verstand kann nicht begreifen,
Was sehnsüchtig dort singt.

Das Rätsel, das im Kommen,
Der Sinn der sich gezeigt,
Fern noch und verschwommen,
Weil er uns übersteigt.

Dort draußen in der Ferne,
Und doch dem Herzen nah,
Ein schwaches Licht, Laterne,
Im Nebel und doch klar.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Wortbruch

Worte in die Stille fallen,
Welt will treffend sprechen,
Zweifel hinterm Berg verhallen,
Sonnenstrahlen Dunkel brechen.

Im Fallen innehalten,
Welt wird umgedreht,
Ein Moment will Liebe walten,
Ein warmer Wind gen Hoffnung weht.

Schweigen ganz laut,
Erzählt wundervolle Dinge,
Das Herz gen Himmel schaut,
Wenn ich um die Worte ringe.

Zu wenig doch zu weit,
Was will ich denn sprechen,
Wacklig, doch bereit,
Schweigen zu brechen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Schöpfungsnacht

Die Nacht kommt in der Stille,
Die Täler sinken tief,
Nur eine kleine Grille,
In dies Dunkel rief.

Die Sterne prangen oben,
Voll staunen steh ich da,
Will dies Spektakel loben,
Scheint gerade alles wahr.

Dunkelheit und Lichter,
Stille und Gesang,
Beklagter und der Richter,
So frei und doch Gefang’.

Schauer künden Weite,
In diesem Nachtmoment,
Damit ein Herz wegschreite,
Unendlichkeit erkennt.

Die Welt will sich verneigen,
Sie schwindet doch schon Ganz,
In lautem himmlisch Schweigen,
Erzählt sie Gottesglanz.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Ergriffene Unendlichkeit

Berge leuchten still bei Nacht,
Flüsse langsam rauschen,
Hab in der Stille nachgedacht,
Will ihr noch weiter lauschen.

Sterne funkeln treu, voll Licht,
Sind sie vielleicht vergangen,
Ergibt es Sinn oder auch nicht,
Ihr stilles, einsam prangen.

Grillen spielen Melodien,
Von Frohsinn und von Leben,
Die Wolken schnell vorüberziehn,
Wenn Herzen weiter streben.

Ein Harmonie steigt mystisch auf,
Vom Berge und vom Tale,
Sieh doch sie verweist darauf,
Auf das Universale.

In ihm erstehen Nichts und Sein,
Zur Harmonie der Stunde,
Es gibt kein Groß und auch kein klein,
Nur seine ewig Kunde,
Für diese ein’ Sekunde.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Mondaufgang

Deine Augen voll von Licht,
Der Moment mystisch aufgeladen,
Schweig, zerstör ihn nicht,
Sonst verlier ich schell den Faden.

Ein Moment der Stille,
Zwischen all der lauten Welt,
Gerade svhweigt mein Wille,
Weil er durch dich genug erhält.

Wind streift leise Bäume,
Während wir in Ewigkeit aufgehn,
Mal in dich meine Träume,
Will dich jetzt ständig bei mir sehn.

Sehnsüchtig doch befriedet,
Scheint dieser magische Moment,
In meinem Herzen Freude siedet,
Wenn ich mich zu dir wend.

Der Mond ist aufgegangen,
Über uns sein schöner Schein,
In dem Moment hab ich angefangen,
In dich verliebt zu sein.

© Niss-Jannes Jargstorff

Rote Dächer

Ein Moment die Wirklichkeit verlieren,
Graue Gassen froh maskieren,
Noch einmal einen Blick riskieren.

Stille zwischen uns nur diese Blicke,
In welche ich mein Herz verstricke,
Weil ich immerzu einknicke vor dir,
Vor deiner Augen höchsten Zier,
In der ich mich zu gern verlier.

Ein Moment voll warmen Licht,
An einem Abend doch so schlicht,
Aber ich vergess ihn sicher nicht.

Abendrot hat die Stadt warm gemalt,
Dein Lächeln in mein Herz gestrahlt,
Der Moment so unbezahlt geblieben,
Tiefrot in mein Herz geschrieben,
Nun bliebe nur noch dich zu lieben.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Feuer richtung Zukunft

Feuerwogen steigen in die Nacht,
Bald ist auch dieses Jahr vollbracht,
Alles zur Vergangenheit gemacht.

Es wird beendet und begonnen,
Was für Erinnerungen habe ich gewonnen,
Welche Träume sind zeronnen?

Lautes Knallen übertönt Schwere,
Der ungewissen Zukunft Leere,
Während ich das Jahr wegkehre.

Blick nur Zukunft hingewand,
Während das alt geliebte Jahr verschwand,
Dessen Geschichte mir bekannt.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Tote Fahnen

Träume fliegen hoch,
Höher als die Welt,
An der ein jeder bald zerschellt.

Träume leere Hüllen,
Ohne Leben aufgefüllt,
In Totenschleier eingehüllt.

Träume nur in den Gedanken,
Wo sie alleinig leben,
Bleiben so ein leeres Streben.

Träume gehen aus,
In dieser kalten Nacht,
Wo niemand sie zum leuchten bracht.

Träume schlafen schon,
Verstand leise sie bewacht,
Damit ihr Feuer nie entfacht.

Träume tote Fahnen,
Völlig aufgegeben,
Zwischen Licht und Schatten und dem kalten Leben.

(c) Niss-Jannes Jargstorff