Graue Weiten

Regentropfen fall’n ins Meer,
Werfen Wellen die vergehn,
Im Sturm der Grauen Weite,
Klamotten nass, vom Regen schwer,
Der Wind fegt von der Seite.

Wellen brechen, lautes Grollen,
Will Donner übertönen,
Die Symphonie voll Dunkelheit,
Lausch auf ihr furchtsam stöhnen.

Zerbrochen liegt hier alles da,
Tot auf den Strand geladen,
Im weinen, brausen tiefen Grau,
Sieh, wie groß der Schaden.

Die Seite Leer, das Dunkel nah,
Der Sturm gar hämisch lachet,
Das Dunkel da, doch Glaube hell,
Das dort doch jemand wachet.

Regentropfen fall’n ins Meer,
Werfen Wellen ihm zum Trotz,
Im Sturm der auch hat Ende,
Klamotten nass, von tiefer Wehr,
Gar hoffend auf die Wende.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Gewitter

In der Ferne der Donner,
Wind streift Gesicht,
Blick in die Ferne,
Finde dich nicht.

Schließe die Augen,
flieg über die Stadt,
Trauernde Träne,
Mein Herz dich nicht hat.

So bleibt nur die Leere,
Du in weiter Ferne,
Blicke hinab;
Was bleibt ist die Schwere,
In dieser Nacht.

© Niss-Jannes Jargstorff

Zimmer

Die Räume leer,
Frisch gestrichen,
Die Luft noch schwer,
Noch nicht entwichen.

Stapel aus Träumen,
In der Ecke abgestellt,
In viel zu vielen Räumen,
Von denen jeder schon zerfällt.
Friedlich fliegen die Gedanken,
Doch kehren hier nicht ein,
Ziele die im Dreck versanken,
Was ein Ort soll dieser sein?

Die Räume versunken,
Wände kalt geblieben,
Träume schon ertrunken,
Wirklichkeit zerieben.

© Niss-Jannes Jargstorff

Frühlingsaufgang

Sonnenstrahlen fallen auf dein Haupt,
Deine Augen klare Sterne,
Hast dem Moment die Zeit geraubt,
Hier über der Stadt in weiter Ferne,
Singen Vögel freud’ge Lieder,
Sprießen Blumen wieder auf,
Legt Licht sich zaubernd neider,
Nimmt der Frühling seinen Lauf.

Letzte Dunkelheit ist bald vertrieben,
Deine Augen voll von Leben,
Erste Triebe friedlich wiegen,
Alles will zum Lichte streben.
Leierspiel und Harfenklänge,
Auf der weiten Flur erklingen,
Singen frohste Lobgesänge,
Ein Lied klingt an in allen Dingen.

Sonne versprüht voll Wärme Licht,
Deine Augen voll von Tränen,
Weil Leben wieder Dunkel bricht,
Blumen sprießen wie Fontänen,
So dirngt ihr Duft durchs tiefe Tal,
Macht lebendig was danieder lag,
Die Hänge sind nicht länger kahl,
An diesem ersten Frühlingstag.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Neonlicht

Neonlicht auf kalter Wand,
Bin allein geworden,
Ziellos schnell umhergerannt,
Schritte hallen leise.

Stumme Lautheit in der Gasse,
Leere in den kalten Herzen,
Weiß nicht warum ich alles hasse,
Stadt ist in mir eingezogen.

Menschenmassen ohne Ziel,
Planlos in die Nichtigkeit,
Weil ihn der Schein so gut gefiel,
Sind sie an ihm doch schon zerbrochen.

In Beton gepresste Schönheit,
Für ein still verarmdes Herz,
Träume fliegen nicht mehr weit,
In den dreckgen Straßenpfützen.

Keine Zeit und Rastlos hasten,
Sinn braucht wirklich niemand mehr,
Weil sie so ne Chance verpassten,
Zwischen Menschen, Eifer, Gier.

© Niss-Jannes Jargstorff

Schwere Tropfen

Schwere Tropfen fallen,
Laut auf den Asphalt,
Wo ihre Wellen wallen,
Mit trauriger Gewalt.

Regen ist geworden,
Da wo noch Sonne war,
Fällt er ein sie ermorden,
Der Himmel niemals klar.

Die Tropfen fallen ein,
Wolln die Welt ertränken,
Machen das Große klein,
Die Freude sie versenken.

Der Regen immer grau,
Nass und kalt gefallen,
Die Wetterlage rau,
Die lichter schnell verhallen.

Doch zwischen all den Tropfen,
In lauter Symphonie,
Will mein Herz stärker klopfen,
Sein Licht verliert es nie.

(c) Niss-Jannes Jargstorff