Graue Weiten

Regentropfen fall’n ins Meer,
Werfen Wellen die vergehn,
Im Sturm der Grauen Weite,
Klamotten nass, vom Regen schwer,
Der Wind fegt von der Seite.

Wellen brechen, lautes Grollen,
Will Donner übertönen,
Die Symphonie voll Dunkelheit,
Lausch auf ihr furchtsam stöhnen.

Zerbrochen liegt hier alles da,
Tot auf den Strand geladen,
Im weinen, brausen tiefen Grau,
Sieh, wie groß der Schaden.

Die Seite Leer, das Dunkel nah,
Der Sturm gar hämisch lachet,
Das Dunkel da, doch Glaube hell,
Das dort doch jemand wachet.

Regentropfen fall’n ins Meer,
Werfen Wellen ihm zum Trotz,
Im Sturm der auch hat Ende,
Klamotten nass, von tiefer Wehr,
Gar hoffend auf die Wende.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Hafen

Deine Augen treuer Hafen,
In dem meine Ängste fallen,
Deine Schulter gut zum Schlafen,
An der die Lasten bald verhallen.

Dein Atem eine Symphonie,
Flüsternd und doch mächtig,
Die Welt vergeht in Harmonie,
Ich hier und du so prächtig.

Dein Wort voll Wärmefunken,
So wahr hast du’s gesprochen,
Im Moment gänzlich versunken,
Hast du die Welt gebrochen.

© Niss-Jannes Jargstorff

Seensucht

Leichter Wind im Land,
Wellen brechen laut,
Wuchtig auf den Strand gerannt,
Haben wohl auch dich geschaut.

Wolken verwehen hier im Wind,
Während wir in ihm stehn und fliegen,
Mags wenn wir beisammen sind,
Will dort dem Glücke bald erliegen,
Weil dort kein Gedanke sinnt,
Wenn Liebe will nicht mehr versiegen.

Deine Augen schönes Blau,
Oben fliegen Möven froh,
Reißt die Welt aus ihrem Grau,
Glaube, ich verlieb mich so.

© Niss-Jannes Jargstorff

Grenzübertritt

An den Grenzen kratzen die Menschen,
Ab, an den Träumen, vorm Ziel.
Die Humanisten schauen betroffen,
Weg, der Anblick für Herzen zu viel.
Verzweiflung, Tränen der Trauer,
Geheuchelt, das Ergebnis gefiel.
So bleibt trotz Moral, die innig gedacht,
Aber tief nun gefallen, die Hand dabei agil,
Dem armen Menschen zu helfen dabei,
Zu sterben, das ist sein Exil.
Denn an den Grenzen regiert voll fülle,
Der Teufel und treibet sein Spiel,
Weil der Humanist und Europäer,
Der Lügner, dem blinden Neid verfiel.

© Niss-Jannes Jargstorff

Meeresreigen

Wellen brechen an dem Strand,
Schwämmen Träume an das Land,
Das ist, wo ich einen fand.

Der Sturm zieht schon hinauf,
Während ich mit dir im Herz weiter lauf,
Heb für ihn jede kleinste Hoffnung auf.

Wellen brechen über mir,
Doch ich bleibe unerschüttert hier,
Damit ich ihn nie mehr verlier.

Plötzlich ist da Schweigen,
Sonne erstrahlt das Meeresreigen,
Will mir neue Lichter zeigen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Herbstlaub

Laub fliegt durch die Nacht,
Mein Herz leis am Fenster wacht,
Hat Sehnsucht neu entfacht.

Flöge ich doch nur mit dem Laub,
Doch meine Flügel bleiben taub,
So bleib ich hier im alten Staub.

Wär gern dort in der Weite,
Wo ich vom Teaum zum Leben schreite,
Mich nur von Sternen leite.

Wo Berge tiefe Täler einfach schützen,
Dort muss niemand etwas nützen,
Wo Einklang und Vertrauen Leben stützen.

Dort, wo Liebe wahrlich ist,
Und man an ihr sein Handeln neu bemisst,
Und Vertrauen Ängste frisst.

Doch ich bleibe einfach stehen,
Während Träume neu vergehen,
Kann das Laub schon nicht mehr sehen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Seefahrer

Am Meer gestanden,
Weite eingeschlossen,
Träume stranden,
Den Wind genossen,
Ängste schwanden,
Das Herz ausgegossen.

Raue Wellen schlagen,
Gischt schäumt auf,
Mein Herz fortgetragen,
Nimmt lang Anlauf,
Kopf wills heute wagen,
Sturm zieht herauf.

Sehnsucht weiter trägt,
Wilde Wasserflächen,
Das Meer um sich schlägt,
Blitze brechen,
Zweifel schon erwägt,
Träume sprechen.

Das Meer befahren,
Glück dabei gefunden,
Trotz aller Gefahren,
Stürme überwunden,
Meer wird aufklaren,
Herz ist ungebunden.

(c) Niss-Jannes Jargstorff