Osterfunken

Gread lag noch alles neider,
Neimand sang frohe Lieder,
In dunkler Todesnacht,
Weil dort am Kreuz der Retter,
Stirbt in großem Unwetter,
Vergangen scheint sein Lichte gar.

Doch sieh das Licht es lebet,
Es zu uns allen Strebet,
Vom Tode ganz befreit,
Es schickt uns hellen Scheine,
Auf das neimand mehr weine,
Das seine Hoffnung doch schon tot.

So bricht in Totenschweigen,
Sein liebvolles Zeigen,
Das Leben stärker ist,
Als all Leid und die Sünde,
Weil er sich uns verbünde,
Im Leben wie im Tode nah.

Da hebet lauter Jubel,
Über das Weltgetrubel,
Die Herzen sind befreit,
Weil er mit Kreuzeswunden,
Sich ganz an uns gebunden,
Sein Licht und Heil hierher gebracht.

Die österliche Freude,
Erfasst das Kirchgebäude,
Sein Haupt lebendig doch,
So bricht durch altes Dunkel,
Das heilige Gefunkel,
Der Heiland ist erstanden heut.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Vogellieder

Vögel fliegen, blauer Himmel,
Straßen Schweigen leise,
Weg das leere Stadtgewimmel,
Der Kopf macht eine Reise.

Über Felder, Täler, grüne Wiesen,
Dort hinter seiner Fensterscheibe,
Wo jetzt Frühlingsblumen sprießen,
Auch, wenn ich zu Hause bleibe.

Erhaben kommt der Frühling,
Trotz aller Menscheitspein,
Kleines Vöglein fröhlich sing,
In diese Dunkelheit hinein.

Hoffnung lebt tief im Leben,
Das voller stärke neu erwacht,
Will uns wieder Sonne geben,
Hat sie mit dem Schmerz gebracht.

Sehnsucht treibt die Hoffnung auf,
Was darniederlag lebt anders neu,
So nimmt Frühling seinen Lauf,
Auch in Schreckenstagen treu.

Schatten fallen und vergehen,
Triebe sprießen, sterben wieder,
Doch der Frühling bleibt bestehen,
Singt ins Getümmel Hoffnungslieder.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Frühlingsaufgang

Sonnenstrahlen fallen auf dein Haupt,
Deine Augen klare Sterne,
Hast dem Moment die Zeit geraubt,
Hier über der Stadt in weiter Ferne,
Singen Vögel freud’ge Lieder,
Sprießen Blumen wieder auf,
Legt Licht sich zaubernd neider,
Nimmt der Frühling seinen Lauf.

Letzte Dunkelheit ist bald vertrieben,
Deine Augen voll von Leben,
Erste Triebe friedlich wiegen,
Alles will zum Lichte streben.
Leierspiel und Harfenklänge,
Auf der weiten Flur erklingen,
Singen frohste Lobgesänge,
Ein Lied klingt an in allen Dingen.

Sonne versprüht voll Wärme Licht,
Deine Augen voll von Tränen,
Weil Leben wieder Dunkel bricht,
Blumen sprießen wie Fontänen,
So dirngt ihr Duft durchs tiefe Tal,
Macht lebendig was danieder lag,
Die Hänge sind nicht länger kahl,
An diesem ersten Frühlingstag.

(c) Niss-Jannes Jargstorff