Sonnenuntergang

So stand ich ihr gegenüber und unsere Blicke trafen sich. Ich blickte tief in ihre treuen Augen, es war wohl der intensivste Moment, den ich je in meinem Leben erlebt hatte.
In der Tiefe ihrer Augen sah ich eine weite, scheinbar unendlich große Ebene. Eine Ebene voller Ungewissheit und Unbekanntheit. Eine Ebene, die ich dennoch Heimat nennen würde, eine Offenbarung gegenüber mir, dass ich überhaupt auf dieser Ebene stehen durfte war eigentlich ein Wunder. Das Gras wurde vom Wind ganz sacht hin und her gewogen. Es war kein kalter Wind, sondern ein ganz warmer gar herzlicher, der sich wie eine Decke um mich legte und bis in mein Herz vordrang. Ich blickte in die Ferne und sah, diese scheinbar endlose Ebene hinterm Horizont verschwinden, was wohl dahinter lag? Ich wusste, dass ich dies vielleicht nie erfahren würde.
Und so blickte gedankenversunken in die dort am Horizont untergehende Sonne, welche alles in ein wohliges rot-orange tauchte. Ich stand einfach dort uns sah diese strahlende und wärmende Sonne, die immer heller und wärmer wurde.
Dies war das letzte Leuchten in ihren Augen, bevor sie ihre Augen zum Blinzeln schloss und sich unsere Blicke wieder trennten.

©Niss-Jannes Jargstorff

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