Schönste traurige Nacht

Es war Nacht, wir saßen auf der Wiese und der Mond spiegelte sich in ihren viel zu schönen Augen.
Mir war nie aufgefallen wie schön sie doch wirklich war, es brauchte wohl Dunkelheit, um ihren bescheiden Glanz zu sehen.
Ich spürte das erste Mal seit langem wieder das Bedürfnis jemand richtig zu umarmen, oder sie zumindest so ganz vorsichtig zu berühren, um den Schock zu spüren, wenn sich all die ausgebaute Spannung löste. Doch das wäre zu kitschig.
Stattdessen saß ich noch einige Zeit auf dieser Wiese in der schönsten traurigen Nacht meines Lebens.

© Niss-Jannes Jargstorff

Grenzen der Liebe

Der Liebe Gernze ist dein Denken,
Doch Liebe will sich über Gernzen schenken,
So lass dich nicht von Engstirnigkeit lenken.

Hab keine Angst ist Liebe nur,
Liebe braucht keine ängstliche Zensur,
Lebe nicht unter Ängstlichkeitsdiktatur.

Vertrau der Liebe, denn sie liegt richtig,
Angst ist bei ihr doch nur nichtig,
Das macht ihre Wege unerfahrbar wichtig.

© Niss-Jannes Jargstorff

Welle

Ich schaue in das Wasser, verschwommen, fast wie aus einer anderen Welt erkenne ich etwas, es spiegelt sich im Wasser.

Was ist es, bin ich es?
Ja! … Und ich lache! …  dann die Ernüchterung:
Nein … das was ich sehe bin nicht mehr ich, das ist ein Opfer, Opfer das nicht mehr leben kann, es nicht mehr will.
Ein Mensch war ich einst, ein Mensch bin ich nicht mehr, war still … zu still. Musste zu viel erleben, zu viel Leid ertragen, wurde geschlagen, wurde gedemütigt, wurde gebrochen, bis ich einknickte, nun stehe ich, nein ich hocke dort.
Kleine Wellen schlagen im Wasser, als die erste Träne die Oberfläche berührt, das Wasser zittert, genau so wie ich immer zittere, wenn ich an die Vergangenheit denke. Die Tränen schlagen wie Geschosse tiefe Krater ins Wasser, es scheint so lebhaft, als spräche das Wasser mit mir: Komm hinein tauche unter, tauche nie mehr auf, dann hasst du Ruhe, deinen Frieden, bist Vergangenheit.
„Nein!“ Ich schrie weiter: „Ich werde weiter machen, es gibt da irgendwo eine Zukunft, eine Perspektive! Nein, ich will nicht sterben, lass mich in Ruhe!“
Ich hatte schon zu oft mit dem Tod getanzt, also tat ich was zu tun war und ich fühlte mich dabei so gut, wie lang nicht mehr:

Ich packte nahm meinen Rucksack auf den Rücken und ging, der aufgehenden Sonne entgegen, in meine Zukunft.

Freundschaft ?

Freundschaft, was ist das  heute noch? Bei tausenden von Facebook Freunden von denen ich vielleicht 10% kenne?

Freundschaft, das war mal etwas besonderes zwischen zwei Menschen. Heute ist der Begriff abgedroschen, verkauft, zerstört.

Freundschaft, was ist das heute noch? Ein Hirngespinst, Pure Einbildung?

Nein, nicht unbedingt, aber es ist nicht mehr das, was es einst war.

Wegweiser?!

Warum?

Ich frage mich warum wissen immer alle, was besser ist für mich.

Warum, also?

Ist es weil desorientiert herum laufe, oder was?

Warum?

Ich frage mich warum geben mir immer alle ein Ziel.

Warum, also?

Ist es weil ich selber nicht weiß was ich erreichen will, oder was?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich noch Seiten über diese Fragen schreiben könnte.

Sitze

Sitze, schreibe schon eine Ewigkeit meine Finger wund der Schmerz beruhigt mich, es beruhigt mich das Gefühl das ich mich selbst fühle.

Endlich. Fertig auf eins, zwei, hunderten Seiten ein Leben ein Wimpernschlag in der Geschichte.

Das Leben, meines, wird nun dort stehen und meinen Tod überdauern.

Vielleicht in tausenden Exemplaren in den großen Bibliotheken, ist eigentlich auch egal, Hauptsache es ist aufgeschrieben worden.