Des Morgens

Grau wird Pastell,
Sonne erwacht,
Mystisch Nebel streifen,
Wind wehet sacht,
Morgen erstanden,
Tief aus der Nacht.

Kalt ist die Früh,
Horch wie Vögel singen,
Zu Wagen die rauschen,
Glocken erklingen,
Sonnenstrahlen,
In Kämmerchen dringen.

Die sinnliche Stunde,
Weder Nacht noch ganz Tag,
In der manche Seele,
Der Schöpfung erlag,
Tief in sich verwoben,
Den Sinn auch verbarg.

Hast Du ihn Gefunden,
Fehlt Dir die Sicht?
Er wird Dich finden,
Im morgendlich Licht,
Wird in dein Herz schreiben:
Fürchte Dich nicht!

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Graue Weiten

Regentropfen fall’n ins Meer,
Werfen Wellen die vergehn,
Im Sturm der Grauen Weite,
Klamotten nass, vom Regen schwer,
Der Wind fegt von der Seite.

Wellen brechen, lautes Grollen,
Will Donner übertönen,
Die Symphonie voll Dunkelheit,
Lausch auf ihr furchtsam stöhnen.

Zerbrochen liegt hier alles da,
Tot auf den Strand geladen,
Im weinen, brausen tiefen Grau,
Sieh, wie groß der Schaden.

Die Seite Leer, das Dunkel nah,
Der Sturm gar hämisch lachet,
Das Dunkel da, doch Glaube hell,
Das dort doch jemand wachet.

Regentropfen fall’n ins Meer,
Werfen Wellen ihm zum Trotz,
Im Sturm der auch hat Ende,
Klamotten nass, von tiefer Wehr,
Gar hoffend auf die Wende.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Wortbruch

Worte in die Stille fallen,
Welt will treffend sprechen,
Zweifel hinterm Berg verhallen,
Sonnenstrahlen Dunkel brechen.

Im Fallen innehalten,
Welt wird umgedreht,
Ein Moment will Liebe walten,
Ein warmer Wind gen Hoffnung weht.

Schweigen ganz laut,
Erzählt wundervolle Dinge,
Das Herz gen Himmel schaut,
Wenn ich um die Worte ringe.

Zu wenig doch zu weit,
Was will ich denn sprechen,
Wacklig, doch bereit,
Schweigen zu brechen.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Abendhain

Abendwolken fliegen,
Rotes Licht erstrahlt,
Doch die Nacht wird siegen,
Der Tag von ihr zermahlt.

So will ich willig liegen,
Die Sterne glänzen sehn,
Das Dasein sich verstecket,
Die Lichter wollen gehn,
Wenn Dunkelheit bedecket,
Wind Träume will verwehn.

Der Tage schon gegangen,
Die Nacht langsam erwacht,
Sie wollen Herzen fangen,
Die Stunden dieser Pracht.

Spürst du schon das Verlangen,
Der weiten Haine fern,
Von dieser Welt gelegen,
Und doch in ihrem Kern,
So glänzed doch der Segen,
Des Vaters, Gottes, Herrn.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Schöpfungsnacht

Die Nacht kommt in der Stille,
Die Täler sinken tief,
Nur eine kleine Grille,
In dies Dunkel rief.

Die Sterne prangen oben,
Voll staunen steh ich da,
Will dies Spektakel loben,
Scheint gerade alles wahr.

Dunkelheit und Lichter,
Stille und Gesang,
Beklagter und der Richter,
So frei und doch Gefang’.

Schauer künden Weite,
In diesem Nachtmoment,
Damit ein Herz wegschreite,
Unendlichkeit erkennt.

Die Welt will sich verneigen,
Sie schwindet doch schon Ganz,
In lautem himmlisch Schweigen,
Erzählt sie Gottesglanz.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Osterfunken

Gread lag noch alles neider,
Neimand sang frohe Lieder,
In dunkler Todesnacht,
Weil dort am Kreuz der Retter,
Stirbt in großem Unwetter,
Vergangen scheint sein Lichte gar.

Doch sieh das Licht es lebet,
Es zu uns allen Strebet,
Vom Tode ganz befreit,
Es schickt uns hellen Scheine,
Auf das neimand mehr weine,
Das seine Hoffnung doch schon tot.

So bricht in Totenschweigen,
Sein liebvolles Zeigen,
Das Leben stärker ist,
Als all Leid und die Sünde,
Weil er sich uns verbünde,
Im Leben wie im Tode nah.

Da hebet lauter Jubel,
Über das Weltgetrubel,
Die Herzen sind befreit,
Weil er mit Kreuzeswunden,
Sich ganz an uns gebunden,
Sein Licht und Heil hierher gebracht.

Die österliche Freude,
Erfasst das Kirchgebäude,
Sein Haupt lebendig doch,
So bricht durch altes Dunkel,
Das heilige Gefunkel,
Der Heiland ist erstanden heut.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Sternenhimmel

Lass mich von dem Licht erzählen,
Das in meine Dunkelheit gekommen,
Meine Sorgen auf sein Kreuz genommen.

Lass mich von dem Lärm erzählen,
Der freudig oft in Stille schallt,
So völlig friedlich, liebliche Gewalt.

Lass mich zu den Sternen sehen,
Die mir zeigen da muss mehr sein,
Die von der endlichen Unendlichkeit schrein.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Sinnliche Unendlichkeit

Auf der Suche nach Einheit,
Zwischen Licht und Leid,
Findest du Unendlichkeit.

Augen auf die Welt gerichtet,
Doch Blick ist gelichtet,
Hast du das darüber nur gesichtet.

In Harmonie alles aufgehoben,
Blicke zu ihr hin verschoben,
Während hier noch Widersprüche toben.

Sinn und Geschmack im Mund,
So tut er ihre Botschaft kund,
Macht die Welt über sich hinaus dann bunt.

Eine eigene Provinz gefunden,
Die so völlig ungebunden,
Musst sie nur erkunden.

Hast fragmentarisch sie erkannt,
Und schon ist sie verbrannt,
Hast dies Religion genannt.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Gedanken Schleiermachers

Im Dreck

Im Dreck gelegen,
Fernab von jedem Segen,
Wollt sich keine Hoffnung regen.

Im Nichts gehangen,
Ständig um sich bangen,
Nur noch das traurige Verlangen.

Mich in den Schlaf zu wein,
Ein letztes Mal aufzuschrei’n,
Tränen waschen mein Herz rein.

Es ist Nacht geworden,
Es komm’ die Zweifelshorden,
Woll’n letzte Hoffnung auch ermorden.

So ist da nur Schweigen,
Macht sich mich ganz zu eigen,
Will gefall’ne Träume leise zeigen.

Diese Nacht,
Hat Angst gebracht,
Und Hoffnung auf den Tag.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Deine Symphonie

Dein Lied in mein Herz geschrieben,
Bist in meinen Gedanken wach geblieben,
Hab mich an dir aufgerieben,
Will dich doch nur ganz einfach Lieben.

Jede Strophe allein für dich gemacht,
Hast mir Lebensfreude ganz neu nahgebracht,
Hab sooft an dich gedacht,
Mein Herz bei deinem Anblick freudig lacht.

Weißt du, was du für mich bist,
Mein Herz alleine deine Hoffnungsflagge hisst,
Weil es dir alles beibemisst,
Wenn dein Lied meine Zweifel frisst.

So sing ich innerlich von dir,
Wenn ich mal einen Blick, ein Wort riskier,
Du, mein Lebenselixier,
In dem ich mich so gern verlier.

Jeder Blick eine Melodie,
Die dir unbekannten Glanz verlieh,
Damit ich weiter zu dir zieh,
Schreib in mich deine Symphonie.

(c) Niss-Jannes Jargstorff