Weltliches Grauen

Warmer Raum in einer untergehenden Welt,
Die Seele steht am Fenster,
Im Grauen der Welt, die farblos sich heute erweist,
Zeitungen künden, dass sie immer weiter entgleist,
Weg ist das arktische Eis!

Kalter Raum in einer untergehenden Welt,
Die Seele steht am Fenster,
Im Grauen der Welt, die voll von menschlichem Groll,
Radios tönen, die Popsongs singen in Moll,
Das Boot ist voll!

Gefüllter Raum in einer untergehenden Welt,
Die Seele steht am Fenster,
Im Grauen der Welt, die von den Dingen erschlagen,
Fernseher Bilder senden voll von glitzernden Waren,
So kann Mensch sich die Welt ersparen!

Leerer Raum in einer untergehenden Welt,
Die Seele steht am Fenster,
Im Grauen der Welt, die voll von gebrochenen Seelen,
Das Internet voll von Glücklichen die nichts im Leben verfehlen,
Ihr müsst das Glück nur wählen!

Kein Raum in einer untergehenden Welt,
Die Seele steht am Fenster,
Im Grauen der Welt, das Mischung Dunkel und Licht,
Die Menschheit verkündet, wie gegen das Dunkel sie sticht,
Hoffnung verlier sie noch nicht!

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Sterbende Sonne

Die Erde Gold geworden,
Die Sonne liegt im Sterben,
Der Tag ist schon vergangen,
Die Nacht will ihn beerben.

Horch wie die Winde rauschen,
In dieser stillen Stund,
Wie sie sich zum Getös aufbauschen,
Tun Numinoses kund.

Der Mensch steht klein daneben,
Sieht, doch begreift es nicht,
Was will der Wind ihm sagen, der todgeweihte Tag,
Was zeigt sein Angesicht,
Wer ist es der hier spricht?

Die Spannung abgebrochen,
Die lieblich Liebende sie geht,
So bleibt Herz sehnend stehen,
Bis sie sich neu erhebt.

(c)Niss-Jannes Jargstorff

Wieder-Fund

Blau vermischt mit Weiß,
Sonnenstrahlen zünden,
Bäume säuseln leis,
Was Worte nicht verkünden.

Offen weite Felder,
Die Seele sich verliert,
Das Raunen tiefer Wälder
Alles transzendiert.

Das, was dort geschehen,
Ist in der Welt, doch fort,
Mensch kann’s erahn‘ nicht sehen,
Nicht fassen in ein Wort.

Kräfte sich vereinen,
Mystisch im Moment,
Der Sinn will kurz aufscheinen,
Doch Mensch ihn nicht erkennt.

Das Kommen und das Gehen,
Vereint in dieser Stund,
Freude und auch Wehmut,
Tun Unendlichkeit kurz Kund,
Sinn und Wahnsinn sehen,
Den letztlich letzten Grund;
In dem da alles ruht,
Am Ende bleibt der Schwund,
Die Sehnsucht nach dem Fund.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Nachtstadt

Schwarz die Nacht,
Von Lichtern durchtränkt,
Die Stadt schläft nie.

Fahles Blau,
Aus dem Bildschrim,
Der Leid glänzend erzählt.

Wabernder Kaffe,
Trifft auf ach so müde Augen,
Funktionieren müsste man.

Gedanken gehen stiften,
In eine brenndend schaurige Welt,
Ein kühler Wind weht leise.

Einsame Fenster hell Erleuchtet,
Suchend und ablehnend stehend,
Fassaden sind einsam in Kälte.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Abendrauschen

Laue Lüfte wehen,
Winde singen hell,
Sonne will schon gehen,
Rot füllt den Himmel grell.

Der alle Tage bindet,
Im Rauschen kommt und geht,
Der da ist, doch gleich schwindet,
Erntet und auch sät.

Die, die Welt gehalten,
Welche an ihr zerbricht,
Die gütig ist, will walten,
In Wahrheit, Wärme, Licht.

Es ist nur da im Kommen,
Im Gehen der Moment,
Klarheit doch verschwommen,
Unendlich‘ Element.

Offenbart in Stille,
Des Abends lauten Ruf,
Durchtrieft von einem Wille,
Der im Moment das all gänzlich doch erschuf.

(c) Niss-Jannes Jargstoff

Schauertanz

Fragmente eines Selbst,
In die Luft geworfen,
Wirbeln hin und wirr,
Haben sich verworfen.

Träume einer Seele,
Fliegen laut und weit,
Brechen an den Wänden,
Kalter Endlichkeit.

Funken stiller Hoffnung,
Klein zum Brand gemacht,
Segelt leis hernieder,
Erleuchtete die Nacht.

Ferne Mauern Brechen,
Scherben werden ganz,
Hoffnung steht in Flammen,
Numinoser Glanz.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Ferne Augen

Deine Augen weite Ferne,
Mystisch gar ihr Strenenglanz,
Erhaben über die Distanz.

Gedanken kreisen ewiglich,
Bann der Bänne festes Band,
Kein Wort gehört und doch gefolgt.

Kein Wort nur ein Gefühl geboren,
Im Abendhimmel rot und blau,
Wenn ich zu dir in Ferne schau.

Zauber, Feuer, rote Glut,
Voll Wärme ist diese Gewalt,
Noch Fremd und doch vertraut geworden.

Du nie dort wo ich gewesen,
Doch Zauber finden ihren Weg,
Denk an dich wie jeden Abend,
Bevor ich mich zur Ruhe leg.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Leuchtfeuer

Nebelschwaden ziehen,
In Ferne übers Meer,
Leuchtfeuer hell brennen,
Sicht fällt dennoch schwer.

Was liegt dort tief verborgen,
Im Grau, Unendlichkeit,
Schluckt Farben, Ängste, Sorgen,
Von Weltlichkeit befreit.

Horch! Das Wehen dieser Ferne,
Ruft hin zum stillen Strand,
Dass man doch dorthin käme,
Und alles nun erkannt.

Es bäumt sich auf im Toben,
Die See so ungestüm,
Verschwommen unten oben,
Erwacht ein Ungetüm.

Das Herz kann es nicht Fassen,
Sinn wahnsinnig berauscht,
Steht still dort gleich verlassen,
Lausch wie das Meer leis rauscht.

Nebelschwaden ziehen,
In Ferne übers Meer,
Leuchtfeuer erloschen,
Sicht wog doch zu schwer.

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Krisenheld

Das Zimmer zu klein,
Ewig Kreise ziehend,
Leer und Allein,
Ständig vor Gedanken fliehend.

Fenster verwaschen,
Draußen ferne Welt,
Einen Blick erhaschen,
So steht er da, ein Krisenheld.

Der Blick trocken,
Auf die Zahl der Toten,
Nichts kann mehr schocken,
Zu oft überboten.

Zukunft wird’s geben,
Irgendwie, irgendwann,
Wird er sie erleben,
Wann fängt sie an?

(c) Niss-Jannes Jargstorff

Nebellaterne

Mystisch Nebel streifen,
Die Welt darin versinkt,
Verstand kann nicht begreifen,
Was sehnsüchtig dort singt.

Das Rätsel, das im Kommen,
Der Sinn der sich gezeigt,
Fern noch und verschwommen,
Weil er uns übersteigt.

Dort draußen in der Ferne,
Und doch dem Herzen nah,
Ein schwaches Licht, Laterne,
Im Nebel und doch klar.

(c) Niss-Jannes Jargstorff